Voller Vorfreude starteten wir am letzten Juli-Sonntag wieder zu unserer Fahrrad-Tour in den Park Schönfeld, um uns die Aufführung des diesjährigen Märchenmusicals „Von einer, die auszog, das Fürchten zu lernen“ anzuschauen. Jeden Sommer wird ein neu geschriebenes und inszeniertes Märchenmusical frei nach den Brüdern Grimm auf der Seebühne aufgeführt. Dabei waren die beiden Rikschas und das Rollstuhltransportrad aus dem Kaufunger Lastenradverleih KLARA plus einige Zweiräder.
Los ging es an der Losse entlang und auf fahrradfreundlichen Wegen ein Stück durch die Stadt. Auf der Radquerung durch die Aue erhaschten wir einen Blick auf Siebenbergen und die Orangerie. Hier erwischte uns auch ein kurzer Schauer, aber unter den mächtigen Eichen fanden wir ein schützendes Blätterdach. Und es rieselten auch keine dieser kleinen behaarten Spinner auf uns herab.
An der Eissporthalle und dem Auestadion vorbei erreichten wir den Park Schönfeld mit der idyllisch gelegenen Seebühne. Insgesamt ist die saisonale, schwimmende Plattform über 100m² groß und wurde in diesem Jahr sogar um eine zweite Plattform für die Musiker:innen erweitert. Die Rikschas und das Rollstuhltransportrad wurden sofort bestaunt und standen im Mittelpunkt, zu gerne wären wohl einige mal eine Runde mitgefahren.
Die ausverkaufte Aufführung des Musicals erzählt die Geschichte der quirligen und furchtlosen Käthe Schüssler, die in die Welt hinauszieht, um endlich zu lernen sich fürchten zu können. Anstelle des törichten Sohnes zieht bei dieser feministischen Neuinterpretation des Grimm-Klassikers nämlich eine starke junge Frau in die Welt. Eine feine Wendung über das Original hinaus sorgt für einen berührenden Moment. Die hervorragende Live-Band rockte die Seebühne mit einer abwechslungsreichen musikalischen Reise von Michael Jackson, Herbert Grönemeyer, Sweet, Kiss über Metallica bis hin zu Blondie und den Spice Girls. Die Liedtexte waren gekonnt humorvoll umgeschrieben. Die Spielfreude der Darstellenden, das Bühnenbild und die Texte, die – auch durch die lokalen Bezüge – besonders witzig waren, haben uns sehr gut gefallen. Nach einer Stärkung von den Catering-Ständen traten wir beschwingt die Rückfahrt an. Randvoll bepackt mit all den schönen Eindrücken und dem Gefühl, einen sehr vergnügten Sonntag gemeinsam erlebt zu haben.

